Studentenarbeiten

Das Oekotoxzentrum bietet Studenten die Möglichkeit, Praktika, Bachelor- oder Masterarbeiten zu praxisrelevanten Themen aus der angewandten Ökotoxikologie durchzuführen. Für die Arbeiten, die zwischen 3 und 6 Monate dauern, stehen insgesamt 4 Arbeitsplätze in Dübendorf und Lausanne zur Verfügung. Aktuell mögliche Themen sind unten aufgelistet. Bei Interesse schicken Sie bitte die folgenden Informationen und Unterlagen an Frau Brigitte Bracken:

  • Datum und Zeitdauer
  • Gewünschtes Thema
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse


Mögliche Themen

Masterarbeit: Bestimmung von Östrogenen und Photosystem II Inhibitoren in Schweizer Seen und Flusssedimenten
Das Ziel der Masterarbeit ist es, in vitro Biotests zu verwenden, um die Östrogenität und die herbizide Aktivität in Sedimenten des Genfersees (Projekt SedLem15) und in fünf kleinen Flüssen (Projekt NAWA SPEZ17) zu bestimmen. Die Sedimente werden mit Hilfe von Accelerated Solvent Extraction (ASE) extrahiert. Anschliessend werden Östrogene mit Hilfe des YES-Tests (Yeast Estrogen Screen) bestimmt. Um die herbizide Aktivität zu messen, wird der kombinierte Algentest verwendet (Endpunkte sind die Hemmung des Photosystems II und des Algenwachstums). Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass  Schwefel ein möglicher Störfaktor ist, zumindest in den ASE-Extrakten der Seesedimente. Daher wird sich ein Teil der Arbeit damit beschäftigen, eine Methode zur Entschwefelung zu etablieren, die mit beiden Biotests kompatibel ist. 
Projektverantortliche: Etiënne Vermeirssen (etienne.vermeirssen@oekotoxzentrum.ch), Eszter Simon (eszter.simon@oekotoxzentrum.ch)
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Risikobewertung von Umweltchemikalien
Die ökotoxikologische Risikobewertung dient dazu, das Gefahrenpotential von bestehenden oder neuen Umweltchemikalien auf das Ökosystem abzuschätzen. Auf Basis verschiedener ökotoxischer Effekte wie akute Toxizität, chronische Toxizität und Bioakkumulation wird die Gefährlichkeit von Substanzen abgeschätzt, um potentiell ungefährliche Konzentrationen bestimmen zu können. Ein Praktikum ist zum Beispiel möglich in der Bewertung von Mikroverunreinigungen in Oberflächengewässern und/oder Beurteilung von Gemischtoxizität (Berücksichtigung der Gemischtoxizität bei der Beurteilung der Gewässerqualität). 
Projektverantwortliche: Marion Junghans (Marion.Junghans@oekotoxzentrum.ch)

Masterarbeit: Online-Verhaltensmessungen mit Gammariden
Zur Erfassung von diffusen Schadstoffeinträgen, z.B. aus landwirtschaftlichen Quellen und nach Regenereignissen, soll ein Online-Verhaltensmessgerät mit Bachflohkrebsen (Gammariden) getestet werden.  In einem ersten Schritt soll der Einfluss von biologischen Faktoren, wie z.B. Nahrungsverfügbarkeit und Temperatur auf das Testsystem untersucht werden. Anschliessend sollen im Labor die Auswirkungen ausgewählter Einzelsubstanzen und Schadstoffmischungen auf das Verhalten der Bachflohkrebse getestet werden. Bei Eignung des Messsystems ist auch eine Anwendung im Feldversuch möglich.
Projektverantwortliche: Miriam Langer (Miriam.Langer@oekotoxzentrum.ch), Cornelia Kienle

Praktikum: Literaturarbeit zur Evaluation der Sensitivitätslimits von verschiedenen aquatischen Biotests
Weltweit werden über 100 000 verschiedene Chemikalien eingesetzt. Um deren Auswirkungen auf Gewässerlebewesen abschätzen zu können ist eine Vielzahl von aquatischen Biotests verfügbar. Aufgrund der vielfältigen Testdesigns und der Verwendung verschiedenster aquatischer Organismen unterscheiden sich die Sensitivität und Anwendbarkeit dieser Biotests erheblich. In einer Literaturarbeit soll die Sensitivität der verschiedenen Biotests anhand ausgewählter Mikroverunreinigungen evaluiert werden. Dies geschieht insbesondere in Bezug auf diffuse Schadstoffquellen. Die Arbeiten dienen als Grundlage für eine Empfehlung von geeigneten ökotoxikologischen Biotests zur Erfassung diffuser Belastungen.
Projektverantwortliche: Cornelia Kienle (Cornelia.kienle@oekotoxzentrum.ch), Miriam Langer

Bachelorarbeit: Technische Aspekte der Wasseranalyse
Am Oekotoxzentrum werden mehrere bioanalytische Methoden für das Monitoring der Wasserqualität angewendet. Die Wasserproben werden in diesen Biotests entweder nativ (ohne Probenvorbereitung) oder aufkonzentriert auf ihre Toxizität getestet. Zur Weiterentwicklung der praktischen Anwendung der Analysen sollen folgende Fragestellungen untersucht werden:
Wie breit ist die verwendete Extraktionsmethode? Können wir alle toxischen Substanzen mit den demselben Wirkmechanismus aus einer Wasserprobe anreichern?
Wie lange können chemische Substanzen in einer Wasserprobe nachgewiesen werden?
Projektverantwortliche: Eszter Simon (Eszter.Simon@oekotoxzentrum.ch), Etiënne Vermeirssen

Optimierung und Evaluation des Acetylcholinesterase-Hemmtests
Umweltgifte, die das Enzym Acetycholinesterase hemmen, führen zu einer Ansammlung des Transmitterstoffes Acetylcholin in Organismen. Dies bewirkt eine Dauererregung von Muskeln und Nerven und schädigt dadurch Organismen. Die Hemmung des Enzyms wird nach Exposition gegenüber den zu untersuchenden Substanzen oder Umweltproben bestimmt. Diese Hemmung kann sowohl in ganzen Organismen als auch am isolierten Enzym gemessen werden.
Bei der Messung am isolierten Enzym ist es bisher nicht möglich zu evaluieren, ob das Enzym gehemmt oder zerstört ist (was z.B. bei einem hohen Gehalt an gelöstem organischem Kohlenstoff auftreten kann). Daher soll im Rahmen der Masterarbeit an der Optimierung des Tests gearbeitet werden. Denkbar wäre die Einführung eines Vitalitätsparameters für das Enzym oder eine Testung von Umweltproben an ganzen Organismen (z.B. Daphnien, Fischembryonen) mit anschliessender Messung der Enzymhemmung. 
Projektverantwortliche: Cornelia Kienle (Cornelia.kienle@oekotoxzentrum.ch)

Kontakt

Brigitte Bracken
Brigitte Bracken E-Mail Kontakt Tel. +41 (0) 58 765 5562