Ames-Test
Testorganismus
- Salmonellen
(Salmonella typhimurium)
Detektierbare Effekte (Wirkung)
- vererbbare Veränderungen des Erbguts
(Mutagene Wirkung)
Testdauer
- 3 d (Expositionszeit: 48 h)
Testprinzip
- Mutanten des Bakteriums Salmonella typhimurium, die die Aminsäure Histidin nicht selbst produzieren können (his-Mangelmutanten), können unter Kontrollbedingungen auf histidinfreien Nährböden nicht wachsen.
- Bei Kontakt mit einer mutagen wirkenden Substanz können die Bakterien wieder zurückmutieren und so die Fähigkeit zur Produktion von Histidin erneut erhalten.
- Diese Bakterien können sich nun auf dem histidinfreien Nährboden vermehren
- Je höher die Anzahl der mutierten Kolonien
bei gegenüber Umweltschadstoffen exponierten Bakterien ist, desto höher
ist die mutagene Aktivität dieser Schadstoffe.
Relevanz
- Gibt relativ schnell Hinweise auf eine mögliche mutagene Wirkung von Substanzen oder Substanzgemischen (Schnelle Vermehrung der Bakterien, daher kurze Wartezeit bis zum Auftreten von Mutationen)
- Leichte Detektion weniger mutierter
neben sehr vielen ungeschädigten Zellen.
Aber:
- In-vitro-Testsystem: Verhalten von Stoffen im Körper lässt sich nicht genau simulieren (teilweise Simulation durch Zugabe von S9-Mix (Leberhomogenat mit Enzymen des Fremdstoffwechsels möglich)
- Mutagen für Bakterien ≠ Mutagen für Säuger
- Unterschiedliche Komplexität von
Bakterien und Säugerzellen (Säugerzellen haben Zellteilungsstopp- oder
Zellzerstörungsmechanismus bei Feststellung von Fehlern in der DNA,
Bakterium ist Einzeller)
Richtlinien und Literatur
- Deutsches Institut für Normung (1999). Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung - Suborganismische Testverfahren (Gruppe T) - Teil 4: Bestimmung des erbgutverändernden Potentials mit dem Salmonella-Mikrosomen-Test (Ames Test) (T 4). DIN 38415-4.
- International Organization for Standardization (2005). Water quality -- Determination of the genotoxicity of water and waste water -- Salmonella/microsome test (Ames test). ISO 16240, 20 p.

