Untersuchung von abgepacktem Mineralwasser auf mögliche östrogene Aktivität
Projektverantwortliche: Petra Kunz
Projektmitarbeiter: Petra
Kunz, Daniela Tropiano
Forscher aus Italien (1)
und Deutschland (2) konnten vor kurzem eine östrogene Wirkung von
Mineralwasserproben nachweisen - und zwar in höherem Masse bei Wasserproben aus
PET-Flaschen als bei solchen aus Glasflaschen. Es ist noch nicht klar, woher
die östrogene Wirkung kommt, aber es wurde spekuliert, dass Zusatzstoffe aus
den Plastikflaschen - wie z.B. Weichmacher - zum Teil dafür verantwortlich sein
könnten. Nach einer ersten Bewertung
der Untersuchungsergebnisse hielt das Oekotoxzentrum eine Analyse der in
der Schweiz erhältlichen Mineralwässer für ebenfalls empfehlenswert. Nun werden
in einem Projekt Mineralwässer aus PET- und Glasflaschen der 15 meistverkauften
Mineralwassermarken in der Schweiz untersucht.
Zur Untersuchung der ausgewählten Mineralwasserproben auf eine mögliche östrogene Aktivität werden folgende zwei Methoden angewendet
- ER-Calux (chemical activated luciferase gene expression) Bioassay mit humanem Östrogenrezeptor (hERα)
- Yeast
Estrogen Screen (YES) Assay mit humanem Östrogenrezeptor (hERα) bei positivem ER-Calux Befund zum Vergleich
Der ER-Calux Test stellt eine bessere
Simulation der Humantoxizität dar als
der YES-Test, da er mit einer
humanen Zellinie arbeitet. Andererseits sollen die mit dem hochsensitiven ER-Calux Test erhobenen Resultate mit einem zweiten rezeptorbasierten Test (YES-Test) verifiziert werden. Daraus können die Sensitivität und die
Verlässlichkeit der beiden Testsysteme verglichen werden. Zudem soll überprüft werden, ob die Ergebnisse aus der Schweiz mit den Studien
aus Italien und Deutschland vergleichbar sind,
die ebenfalls mit YES-Tests arbeiteten.
Referenzen
1) Pinto, B. and Reali, D. (2009). Screening
of estrogen-like activity of mineral water stored in PET bottles. International
Journal of Hygiene and Environmental Health 212(2): 228-232.
2) Wagner, M. and Oehlmann, J. (2009).
Enocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and
migration from plastic bottles. Environmental Science and Pollution
Research:1-9.

