Ökotoxizität der Oberflächensedimente im Genfersee

Ökotoxizität der Oberflächensedimente im Genfersee

In Oberflächengewässern spielen Sedimente eine wichtige Rolle nicht nur als Senke, sondern auch als Quelle von Schadstoffen. Vor allem hydrophobe Schadstoffe adsorbieren an Partikel und können in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen wieder freigesetzt werden und so zur Wasserverschmutzung beitragen. Die Sedimente des Genfer Sees wurden zuletzt vor 27 Jahren untersucht und eine neue Bewertung der Sedimentqualität ist notwendig. Daher hat CIPEL (Commission internationale pour la Protection des eaux du Léman) das Projekt SedLem15 finanziert, das diese Lücke schliessen soll und durch das Institut Forel (Universität Genf) geleitet wird. In diesem gemeinsamen Monitoring-Projekt werden 80 Sedimentproben auf 45 Sediment-relevante Verbindungen und die Sedimenteigenschaften analysiert. Mithilfe von vier Zoobenthos-Proben wurde die biologische Qualität des Sees untersucht. Das Oekotoxzentrum wird 30 ausgewählte Sedimentproben im Labor auf ihre Toxizität für Ostracoden und ihre östrogene Wirkung und einige Proben auf ihre Toxizität für Chironomiden und Makrophyten analysieren. Der Einfluss der Konservierungsweise (frisch gefroren bzw. gefriergetrocknet) der Sedimente auf die Ostracodentoxizität wird ebenfalls ausgewertet. So werden wertvolle Erkenntnisse für die Anwendung und Interpretation von Labor-Biotests zur Bestimmung der Sedimentqualität gewonnen. Es soll auch eine Karte zur Ökotoxizität des Genfer Sees erstellt werden, um die chemischen Analysen zu ergänzen.

Angewendete Testsysteme