Etablierung und Gebrauch von ökotoxikologische Tests für den Bodenschutz in der Schweiz

Etablierung und Gebrauch von ökotoxikologische Tests für den Bodenschutz in der Schweiz

Obwohl Boden zahlreiche wichtige Funktionen für uns erfüllt und die Schweiz einen aktiven Bodenschutz betreibt, wird die Verschmutzung von Boden in erster Linie durch die chemische Analyse spezifischer Schadstoffe bestimmt. Biologische Ökotoxizitätstests sind jedoch notwendig, um die Auswirkung der Verschmutzung auf die Bodentiere zu bestimmen. Trotzdem gibt es in der Schweiz keine standardisierten und empfohlenen Testsysteme für diese Anwendung. Am Oekotoxzentrum werden verschiedene ökotoxikologische Tests für den Bodenschutz in der Schweiz optimiert und standardisiert.

Vorgeschlagene Testmethoden

Vermeidungs-Test mit Regenwürmern (ISO 17512-1 (2008))

  • Eisenia fetida, Eisenia andrei
  • Dauer: 3 Tage
  • Schnelle Screening-Methode um die Habitatfunktion von Böden zu ermitteln und den Einfluss von Schadstoffen und Chemikalien auf das Verhalten der Regenwürmer zu bestimmen
     

Reproduktionstest mit Springschwänzen (Collembolen) (ISO 11267 (1999) und OECD 232 (2009))

  • Dauer: 28 Tage
  • Methode, die den Effekt von Chemikalien auf die Vermehrungsrate von Collembolen in Boden bestimmt

Bait Lamina Test (Funktionelle Methode, keine internationalen Standards vorhanden)

  • Bodenorganismen (z.B. Regenwürmer, Springschwänze, Tausendfüsser, Enchytraeiden)
  • Perforierte PVC Streifen die mit einer Ködermischung gefüllt sind (Zellulose, Kleieflocken und Aktivkohle)
  • Feld- und Laborexperimente
  • Dauer: 4 Tage bis 4 Wochen
  • Messung der Frassaktivität der Bodenorganismen
  • Kann für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, z.B. um Verschmutzungen oder Verschmutzungsgradienten in Boden zu ermitteln