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Danina Schmidt gewinnt Nachwuchs-Förderpreis der SETAC GLB

14. September 2022, Thema: Aquatische Ökotoxikologie Bodenökotoxikologie Sedimentökotoxikologie Risikobewertung

Danina Schmidt gewinnt Nachwuchs-Förderpreis der SETAC GLB

Oekotoxzentrum-Alumna Danina Schmidt wurde für ihre Masterarbeit zur Echtzeitüberwachung von Abwasser in Kläranlagen mit Hilfe von Biomonitoren mit dem Nachwuchs-Förderpreis der SETAC GLB ausgezeichnet. Wir gratulieren herzlich!

Danina setzte in ihrer Masterarbeit, die sie am Oekotoxzentrum betreut von Cornelia Kienle und Ali Kizgin durchführte, verschiedene Online-Biomonitore ein, um die Abwasserqualität in Abwasserreinigungsanlagen (ARA) zu untersuchen. ARA sind eine Hauptquelle für Mikroverunreinigungen in Oberflächengewässern. Daher wird das gereinigte Abwasser vor seiner Einleitung ins Gewässer auf problematische Verbindungen überprüft, dies mit zeitlich begrenzten Proben. Besonders in ARA mit industriellem Zulauf kann die Zusammensetzung des Abwassers jedoch sehr variabel sein. Eine kontinuierliche Prüfung des Abwassers wäre ideal, ist jedoch arbeits- und kostenintensiv. Ein vielversprechendes Konzept ist die Überwachung durch automatisierte Online-Biomonitoring-Systeme: In diesen werden lebende Organismen angewendet, um die Wasserqualität kontinuierlich zu überprüfen. Überschreitet die Reaktion der Organismen eine kritische Schwelle, so wird ein Alarm ausgelöst. Bis anhin gab es jedoch wenig Erfahrungen, ob sich die Methode für die Qualitätskontrolle von Abwasser eignet.

Daher hat Danina in ihrer Masterarbeit zwei solche Systeme auf Abwasser angewendet: Ein System verwendet Wasserflöhe (Daphnia magna) und wertet deren Bewegungsmuster durch Video-Tracking aus. Das andere System setzt auf Bachflohkrebse (Gammarus pulex) und verfolgt deren Bewegungsänderungen mit Hilfe eines elektromagnetischen Feldes. Diese Biomonitore optimierte Danina zunächst unter kontrollierten Bedingungen, um mehr über die Reaktion der Tiere zu lernen. Anschliessend setzte sie die Systeme erstmals in einer grosstechnischen ARA ein und bewertete ihr Potenzial zur kontinuierlichen biologischen Überwachung – mit Erfolg. So konnte Danina zeigen, dass Online-Biomonitoring-Systeme ein wertvolles Instrument zur Überwachung von Spitzenkonzentrationen von toxischen Verbindungen in ARA-Abwasser sind.

Danina arbeitet inzwischen an der Eawag in Kastanienbaum in der Gruppe Ökologie und Evolution aquatischer Ökosysteme, wo sie ihre Probenahmen schon bis nach Grönland geführt haben.

Kontakt

Dr. Cornelia Kienle
Dr. Cornelia Kienle E-Mail Kontakt Tel. +41 (0) 58 765 5563

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