Schwellenwerte für Antikoagulanzien in der Leber von Greifvögeln

Schwellenwerte für Antikoagulanzien in der Leber von Greifvögeln

Antikoagulanzien (AR) hemmen die Blutgerinnung und werden zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen eingesetzt, können sich aber in der Nahrungskette anreichern. In einem kürzlichen Screeningprojekt hat das Oekotoxzentrum herausgefunden, dass die Füchse, Greifvögel, Fische und Igel in der Schweiz in ihrer Leber AR in Konzentrationen enthalten, die mit den Werten in Nachbarländern vergleichbar sind.

Jetzt wird in einem erweiterten Monitoring eine höhere Anzahl von Greifvögeln aus einem grösseren Einzugsgebiet untersucht. Die Leberproben der Tiere werden dabei wiederum mittels LC-MS/MS auf AR analysiert und die Kadaver werden zusätzlich auf krankhafte Veränderungen untersucht, welche auf eine Vergiftung mit AR hindeuten könnten (z. B. innere Blutergüsse). So soll bestimmt werden, ab welcher Konzentration die AR schädliche Effekte auf die Greifvögel haben. Diese Schwellenwerte werden benötigt, um herauszufinden, ob weiterführende Massnahmen nötig sind, um die Greifvögel besser zu schützen.

Projektbericht

Anticoagulant rodenticides in Swiss birds of prey

 

Photo: Michael Lamberty

Kontakt

Dr. Sibylle Maletz
Dr. Sibylle Maletz E-Mail Kontakt Tel. +41 58 765 5787

Aktuelle News

19. Mai 2026

Schweizer Greifvögel grossflächig mit Nagergiften belastet

Das Oekotoxzentrum hat Schweizer Greifvögel auf Rückstände von Nagergiften analysiert. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: 92 % der untersuchten Mäusebussarde und Turmfalken waren mit diesen langlebigen Stoffen belastet. Während direkte Todesfälle durch eine Vergiftung selten waren, wirft die hohe subletale Belastung Fragen zur langfristigen Fitness unserer heimischen Greifvögel auf.

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