Muschelkrebse zur Bestimmung der Schwebstoffqualität

Muschelkrebse zur Bestimmung der Schwebstoffqualität

In Gewässern bilden Schwebstoffe, die aus anorganischen und organischen Partikeln bestehen, eine wichtige Schnittstelle zwischen Wasser und Sediment. Im Gegensatz zum Sediment reagieren Schwebstoffe rasch auf sich verändernde Umweltbedingungen und sind daher daher zeitlich (Jahreszeiten) und räumlich (Tiefen) dynamisch. Da Schwebstoffe chemische und biologische Schadstoffe binden können, stellen sie eine nicht zu unterschätzende potenzielle Gefahr für Wasserorganismen dar.

Um mehr über die Dynamik von Schwebstoffen in Seen und die damit verbundenen Schadstoffe zu erfahren, haben wir die ökotoxikologische Qualität von Schwebstoffen aus dem Genfersee über mehrere Monate hinweg überwacht. Dazu wurde bestimmt, wie diese Mortalität und Wachstum des epibenthischen Ostracoden Heterocypris incongruens beeinflussen.

Während des gesamten Jahres 2023 wurden Sedimentfallen eingesetzt, um jeden Monat Schwebstoffproben aus vier verschiedenen Tiefen zu entnehmen: 10, 30, 50 und 100 m. Die Schwebstoffe wurde physikalisch-chemisch charakterisiert (Korngrössenverteilung, organischer Gesamtkohlenstoff, S-, N- und P-Gehalt, Metalle und organische Substanzen), zusätzlich wurde ein Biotest mit Zuckmückenlarven durchgeführt. Wir haben ausserdem vor, die Auswirkungen der Schwebstoffe auf die Larven mithilfe von enzymatischen, energetischen und molekularen Biomarkern zu testen. 

Publikation

Beauvais, R., Lafargue, O., Casado-Martinez, C., Ferrari, B. J. D., Dubois, N., & Pasche, N. (2026). Qualité des matières en suspension du Léman. Évaluation écotoxicologique et chimique. Aqua & Gas, 106(3), 38-46. Institutional Repository

Kontakt

Dr. Rébecca Beauvais
Dr. Rébecca Beauvais E-Mail Kontakt Tel. +41 21 693 08 96

Projektmitarbeitende

Aktuelle News

24. April 2026

Dynamische Schadstoffträger: Qualität der Schwebstoffe im Genfersee

Schwebstoffe sind ein oft unterschätztes, aber zentrales Kompartiment in Gewässern. Sie binden Nähr- und Schadstoffe und transportieren sie durch die Wassersäule. Eine neue Studie aus dem Genfersee zeigt, wie stark sich die chemische und ökotoxikologische Qualität dieser Partikel mit der Zeit verändern kann – und welche Rolle Extremwetterereignisse, Zuflüsse und biologische Prozesse dabei spielen.

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