17. September 2026, Thema: Aquatische Ökotoxikologie Bodenökotoxikologie Sedimentökotoxikologie Risikobewertung
Verordnungsänderungen zu PFAS-belasteten Lebensmitteln und Trinkwasser: Gesundheitsschutz sollte höher gewichtet werden
Das Oekotoxzentrum hat zusammen mit anderen Forschenden zu einer Stellungnahme der Akademien der Wissenschaften Schweiz beigetragen und diese koordiniert. Die Einführung eines neuen Höchstwerts in Trinkwasser für 4 kritische PFAS-Verbindungen begrüssen die Forschenden, der Wert sei aber um ein Mehrfaches zu hoch. Zudem sei die neu mögliche Vermischung hoch belasteter Lebensmittel untauglich, um den Gesundheitsschutz sicherzustellen.
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind sehr langlebige chemische Verbindungen, die sich überall in der Umwelt und auch in Lebensmitteln und Trinkwasser nachweisen lassen und die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Im Verordnungsentwurf des Bundes werden die derzeit geltenden Trinkwasser-Höchstwerte verschärft und zusätzlich ein separater Höchstwert für vier kritische PFAS-Verbindungen vorgeschlagen. Während die Forschenden diese Strategie unterstützen, halten sie den für die kritischen PFAS vorgeschlagenen Höchstwert von 20 Nanogramm pro Liter für zu hoch, um den Gesundheitsschutz zu sichern. Ausserdem hat der Bund vorgeschlagen, dass in einer Übergangsfrist PFAS-belastete Lebensmittel mit unbelasteten gemischt werden dürfen, um diese weiterhin verkaufen zu können. Dies wird abgelehnt, da so die PFAS-Belastung im Lebensmittelkreislauf und die Belastung der Menschen nicht reduziert, sondern nur umverteilt werden und der Anreiz sinken könnte, PFAS-Hotspots zu sanieren.